Barbara Wenzel
Psychotherapeutische Praxis

Eine stabile Basis schaffen

Untersuchungen zur Wirksamkeit von Psychotherapie haben ergeben, dass es drei Hauptfaktoren gibt, die den nachhaltigen Erfolg einer Therapie wesentlich beeinflussen:

  1. eine gute Arbeitsbeziehung zwischen Patient/in und Therapeut/in
  2. die Therapiemethode
  3. Veränderungen im Alltag der Patienten

Der dritte Punkt liegt in Ihrer Hand. Folgende Dinge haben Menschen ganz allgemein und schon immer dabei geholfen, schwierige Lebenssituationen zu bewältigen und zu psychisch-emotionaler Ausgeglichenheit zurückzufinden. Vielleicht finden Sie etwas darunter, was für Sie anwendbar erscheint.

  • Körperliche "Grundversorgung": Psyche und Körper beeinflussen sich wechselseitig. Psychisch-emotionaler Stress macht den Körper anfällig für Infekte, Verspannungen und kann sich in einer Vielzahl unspezifischer körperlicher Symptome und Schmerzen niederschlagen. Ebenso lässt aber auch eine unausgeglichene, ungesunde Lebensführung die Psyche anfälliger für Störungen werden. Um psychisch-emotional sowie körperlich ausgeglichen zu sein, benötigen wir Menschen eine gute körperliche Basisversorgung: regelmäßige Lebensrhythmen, genügend Bewegung und Entspannung, ausreichend Schlaf, ausreichend frische Luft und Sonne, regelmäßige Mahlzeiten mit gesundem Essen, ein maßvoller Umgang mit Genußmitteln, Verzicht auf Aufputsch- oder Beruhigungsmittel. Viele meiner Patienten profitieren davon, diese ganz grundlegenden Dinge in ihrem Leben wichtiger zu nehmen.
  • Sport und Bewegung: Ein gesunder Körper ist vielleicht keine Garantie für einen gesunden Geist, aber eine gute Grundlage. Ein anpassungsfähiges Herz-Kreislauf-System, eine gesunde Muskelspannung bei guter Beweglichkeit und Flexibilität, aber auch die Fähigkeit zu entspannen lassen sich antrainieren und können kleine Wunder wirken. Nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf emotionaler Ebene. Regelmäßige Bewegung wirkt antidepressiv und kann emotionalen Stress abbauen. Ein gutes Gespür für den eigenen Körper und damit eine gute körperliche Selbstwahrnehmung sind wichtige Voraussetzungen für die Fähigkeit, emotionale Ausgeglichenheit herzustellen und Selbstbewusstsein aufzubauen. Dabei geht es nicht um Hochleistung und Selbstkasteiung, sondern um einen freundlichen Umgang mit dem eigenen Körper! Manche Sport- und Entspannngskurse werden im Rahmen von Präventionsprogrammen von den Krankenkassen finanziell unterstützt - fragen Sie doch mal nach.
  • Soziale Beziehungen: "Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude doppelte Freude". Wir sind soziale Wesen und brauchen zwischenmenschliche Beziehungen, in denen wir so sein können, wie wir wirklich sind. Das Zusammenrücken in der Not, Trost und Anteilnahme, Empathie und Mitmenschlichkeit aber auch gemeinsame Unternehmungen, gemeinsame Begeisterung, ein gemeinsames Hobby sind Dinge, die uns gut tun. Vielleicht können Sie alte Freundschaften pflegen oder reaktivieren. Vielleicht gibt es eine Gruppe Gleichgesinnter, vielleicht finden Sie einen Verein oder eine Selbsthilfegruppe.
  • Kreativität und Kultur: Literatur, Kunst, Theater, Musik, Tanz - das Erleben schöner Dinge bereichert, berührt, inspiriert und heilt uns. Das eigene kreative Tun in diesen Bereichen geht darüber noch hinaus und gibt uns die Möglichkeit, Gefühle auszudrücken und mit ihnen umzugehen. Schon immer haben Menschen ihre Gefühle - und besonders die schmerzhaften - in Bildern, Texten, Liedern, Musik, Geschichten, Tanz oder Theater zum Ausdruck gebracht und sie dadurch verarbeitet und in ihr Leben integriert. Diese positiven Möglichkeiten sind bei jedem in irgendeiner Form vorhanden - das Ergebnis muss ja keinesfalls bühnen- oder museumsreif sein. Vielen meiner Patienten hilft schon ein Tagebuch, um sich zu reflektieren und sowohl die guten als auch die schwierigen Dinge besser wahrzunehmen. Nutzen Sie Ihre eigene Kreativität als Ausdrucksmittel für Gefühle.
  • Naturerleben: Wir sind von unserer Biologie her auf die Natur ausgerichtet. Grün beruhigt, Wasser, Sonne, blauer Himmel. Nehmen Sie sich die Zeit, diese Dinge wieder bewusster wahrzunehmen und Kraft aus ihnen zu schöpfen. Üben Sie sich in der Wahrnehmung auf allen Sinnesebenen - schauen Sie, hören Sie, schnuppern Sie, fassen Sie an, probieren Sie. Die Natur bietet Schönheit, Kraft, Erholung, Beruhigung, sie kann Trost schenken, innere Ruhe, die eigenen Probleme relativieren und uns mit Vergänglichkeit aussöhnen, indem sie das Überdauernde bewusst macht.
  • Spiritualität, Akzeptanz, Sinngebung: Die Fähigkeit, den eigenen Erlebnissen, den Schicksalsschlägen und dem eigenen Leben einen Sinn geben zu können, sie akzeptieren zu können, sich einzuordnen in ein größeres Ganzes, eine Aufgabe zu finden ist ein großer Helfer und Schutzfaktor im Leben. Dies kann in den Rahmen einer bestimmten Religion eingeordnet sein, muss es aber nicht. Auch Meditation, Philosophie oder meine ganz persönliche Weltanschauung kann mir helfen, Sinn, Schönheit und einen roten Faden in meinem Leben zu entdecken.